ZNU-Phasenmodell

Wie lässt sich Nachhaltigkeit integrieren?

Mit dem ZNU-Ansatz bieten wir Ihnen einen Darstellungs- und Beurteilungsrahmen für Ihre heutigen und zukünftigen Nachhaltigkeitsaktivitäten. Das Prozessmodell integriert die Erkenntnisse und Erfahrungen der führenden Köpfe aus Wissenschaft und Forschung und macht Sie in der Praxis handhabbar. Nutzen Sie es, um „Unsichtbares sichtbar zu machen“ und Ihre nachhaltigen Aktivitäten erfolgreich weiterzuentwickeln!

Nachhaltige Unternehmensführung wird hier vor allem als Lernprozess gesehen, der seine Dynamik aus der Interaktion mit den Anspruchsgruppen bezieht. Je nachdem wie weit Nachhaltigkeit als Gesamtkonzept im strategischen Management genutzt wird und wie offen Nachhaltigkeitsthemen wie Klimawandel, Globalisierung, und Demografischer Wandel als unternehmerische Herausforderung angegangen werden, lassen sich drei Phasen der Nachhaltigkeitsorientierung unterscheiden.

Phase 1 beschreibt das heute vorherrschende CSR-Verständnis, das sich häufig in PR-wirksamen Einzelprojekten erschöpft und allein den kurzfristigen ökonomischen Erfolg im Blick hat. So grundlegend und sinnvoll Maßnahmen wie der Einsatz von Energiesparlampen sind, bei fehlender Einbindung in Konzepte zur systematischen und langfristigen Steigerung der Material- und Energieeffizienz wird ein so verstandenes Nachhaltigkeitsmanagement vom Umfeld lediglich als Strohfeuer oder grünes Feigenblatt wahrgenommen.

Phase 2 betont den Querschnittscharakter der Nachhaltigkeitsorientierung. Der Anspruch ist hier, Nachhaltigkeit systematisch und abteilungsübergreifend für alle Bereiche des Managements zu erschließen und so dauerhaft Vorteile gegenüber Mitbewerbern zu generieren. Die erste Motivation bleibt der Business Case, wobei das Kosten- und Effizienzdenken mittel- bis langfristig ausgerichtet ist und um die Entwicklung von Produkt- und Prozessinnovationen ergänzt wird. Wie schnell die Integration von Nachhaltigkeit gelingt, hängt insbesondere von dem vorherrschenden Nachhaltigkeitsverständnis der Beteiligten ab – sowie von deren Lern- und Anpassungsbereitschaft.

Phase 3 wechselt von Innen- zur Außenperspektive. Das Unternehmen versteht sich primär als gesellschaftlicher Akteur mit der entsprechenden Verantwortung für die Mitgestaltung nachhaltiger Rahmenbedingungen. Das Unternehmen tritt aktiv in den offenen Dialog mit vielfältigen internen und externen Anspruchsgruppen. Zu einem solchen transformativen Ansatz gehört auch das Experimentieren im Rahmen themenbezogener Kooperationen, z. B. entlang der Wertschöpfungskette zur Entwicklung innovativer Produkte oder zur Erarbeitung von Standards oder Leitlinien.
Der skizzierte organisatorische Lernprozess, der seine Dynamik aus dem Commitment der Unternehmensführung in Verbindung mit erfolgreichen Einzelprojekten aus der Linie bezieht, macht deutlich, vor welchen Herausforderungen glaubwürdig wahrgenommene unternehmerische Nachhaltigkeit in den nächsten Jahren steht. Gleichzeitig dient er der Reflexion der Frage: Wie weit soll meine unternehmerische Verantwortung gehen?

Geßner, C. (2008): Unternehmerische Nachhaltigkeitsstrategien, Peter Lang Verlag, Frankfurt am Main.